Der Kochtopfdeckel gegen den Klimawandel.
geschrieben von freegan | 3 Nov, 2007
Messungen haben ergeben, dass der Deckel am Kochtopf Energie spart und das Wasser schneller erhitzt.
Deswegen nicht vergessen, wenn Du das nächste Mal Spaghetti kochst!
"Wir essen euren Abfall, aber wir kaufen ihn nicht."
Messungen haben ergeben, dass der Deckel am Kochtopf Energie spart und das Wasser schneller erhitzt.
Deswegen nicht vergessen, wenn Du das nächste Mal Spaghetti kochst!
Dass in Wien täglich so viel Brot weggeworfen wird wie in ganz Graz gegessen wird, wissen wir spätestens seit Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm We feed the world. Der Vergleich veranschaulicht drastisch das Absurde an einer Nahrungsmittelproduktion, die den Endverbraucher, das heißt den Esser, auslässt.[..]
Hier lest ihr mehr.
Nördlich von Wien liegt idyllisch zwischen Strebersdorf und Korneuburg die Apfelplantage des Stiftes Korneuburgs, die zum Teil verkauft wurde.
Für einen Tag durften man sich für ein geringes Entgelt Äpfel aus der aufgelassenen Plantage holen. Ein Tag? Ein bisschen wenig. Ungefähr 5% wurden durch diese Aktion tatsächlich verbraucht, der Rest (ich schätze 10 Tonnen) liegt unter den Bäumen und verdirbt.
Ein wunderbares Beispiel wie rücksichtlos mit Ressourcen umgegangen wird.
Seit einer EU-Verordnung dürfen Kartoffeln nur eine bestimmte Größe
haben, um beim Endverbraucher zu landen. Der Effekt: Kartoffeln (und
davon sind ein Drittel betroffen!) die nicht in die Norm passen, werden
von der Maschine wieder ausgespuckt und landen am Feld.
In der Gastronomie werden die kleinen Pellkartoffeln sogar aus einer (!) großen Kartoffel mithilfe einer Maschine geschält. Verschwendung pur.
Ich kaufe schon seit geraumer Zeit keine mehr. Einmal im Herbst vom Feld einsammeln und man kann sie über den Winter lagern.
Täglich sind die Transporter der Tafel unterwegs, um Lebensmittel vor dem Müll zu retten. Denn es gibt Besseres damit zu tun: 6.000 Bedürftige warten auf die Über-Lebensmittel der Wiener Tafel.
Wenn ein Schokoladenlieferant plötzlich falsch etikettierte Schokoladen hat, werden sie nicht mehr ausgepackt und korrekt etikettiert, sondern weggeworfen. So einfach ist das. Den meisten Menschen ist das ziemlich egal. Das Produkt an sich ist ja noch immer genießbar.
Hier hilft die Wiener Tafel, die den Weg vom Produzenten zum Endverbraucher überbrückt und die Nahrungsmittel an Bedürftige verteilt.
Geniale Sache!
(weiter)Freeganismus ist die Absicht, den negativen Einfluss des Einzelnen auf die Umwelt, die Tierwelt und das menschliche Leben durch eine weitgehende Verweigerung der Teilnahme an einer kapitalistischen Volkswirtschaft zu verringern.
Freeganer (abgeleitet von engl. free für "frei" und vegan für jemand, der keine Tierprodukte verzehrt) sind Menschen, die sich als Boykotteure der Überfluss- und Wegwerfgesellschaft eines ökonomischen Systems sehen, bei dem das Gewinnstreben über ethischen Gesichtspunkten steht. Sie versuchen, ohne zwangsläufig einhergehende eigene materielle Not möglichst weitgehend kostenlos zu leben.
Öfter so missverstanden, dass Freeganismus sich lediglich auf die Beschaffung kostenloser Nahrung beziehe, sehen sich Freeganer als Menschen mit einem allumfassend ethischen Lebensstil, der eine kapitalistische Gesellschaftsordnung ablehnt und sämtliche Bedürfnisse des täglichen Lebens umfasst. Sie sehen den Kapitalismus als unentwirrbar verbunden mit Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, mit Massentierhaltung, unnötigen und quälerischen Tierversuchen, Tiertransporten, Umweltverschmutzung und -zerstörung, Abholzung des Regenwaldes und der Produktion ungeheurer Mengen von Abfall und Müll – Verhältnisse, die sie allesamt ablehnen und zu verringern versuchen.
So betrifft Freeganismus neben dem Bestreben einer kostenlosen Versorgung mit Lebensmitteln auch die meisten anderen Bereiche des Lebens, wie Unterkunft, Transport, Kleidung etc. Freegane Praktiken umfassen die Verwertung von weggeworfenen oder abgelaufenen Lebensmitteln und ausrangierter Kleidung, den Bezug verlassener Gebäude, die Suche und den Verzehr wilder Pflanzen, das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln ohne zu bezahlen, das Trampen und das Anlegen von Gärten auf verlassenen Grundstücken.
Freeganer legen hohen Wert auf gemeinschaftliches Teilen und gegenseitige Hilfe. Sie neigen dazu, privates Eigentum abzulehnen und sich den Gedanken des Anarchisten Pierre Joseph Proudhon zuzuwenden. Sie kritisieren eine Gesellschaft, die ihre Mitglieder nach ihrer Überzeugung unnötig dazu zwingt, einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen und für die Erfüllung auch der lebensnotwendigen Bedürfnisse zu bezahlen. Sie sehen den marketing- und werbegetriebenen Produktkreislauf, der beständig animiert, neue Bedarfsartikel und Wirtschaftsgüter zu kaufen, als eine Manipulation der Menschen zur Optimierung des Gewinnstrebens an.
Freeganer sind am besten für ihre Praxis des Abfallverwertens bekannt, wobei sie nach (zum Beispiel von Händlern und Supermärkten, aber auch Privatpersonen) weggeworfenen Lebensmitteln sowie Kleidung, Möbeln, Büchern, technischen Geräten und anderen Bedarfsartikeln suchen. Diese Angewohnheit ist in den USA als „dumpster diving“ ("Mülltonnentauchen") und in Deutschland als "Containern" zum Begriff geworden.
Im Gegensatz zu Obdachlosen, Bettlern und sonstigen Bedürftigen, die auf diese Weise ebenfalls nach Weggeworfenen suchen, liegt der Beweggrund der Freeganer nicht in einer eigenen finanziellen Notlage durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Armut und dem daraus erwachsenen Unvermögen, Lebensmittel und andere Güter zu bezahlen, sondern in dem Grundprinzip, sich dem Zwang des Bezahlens entziehen zu wollen. Die meisten Freeganer sind also nicht mittellos, sondern wären auch in der Lage, anders für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.
Auf diese Art und Weise sehen sich Freeganer auch hinsichtlich des Verbrauchs von Rohstoffen und der Energieressourcen, die im Herstellungsprozess verwendet werden, nicht in der Verantwortung, da die Güter den Wirtschaftskreislauf von Produktion und Verbrauch bereits verlassen hätten.
Freeganer besorgen sich ihre Lebensmittel aus dem Abfall, fragen Händler und Geschäfte nach abgelaufenen Lebensmitteln und anderem Essbaren, das diese zu verschenken bereit sind und suchen auch ansonsten gezielt nach Möglichkeiten, kostenlose Nahrungsmittel zu erhalten.
In modernen Industriegesellschaften sind die Ansprüche an Qualität und Hygiene bei den Konsumenten so hoch entwickelt, dass Lebensmittel in der Regel noch längere Zeit nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht nur unbedenklich verzehrbar, sondern auch qualitativ und geschmacklich absolut akzeptabel sind. Dies machen sich Freeganer zunutze, indem sie sich von Lebensmitteln mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum oder nicht mehr ganz frischem Obst, Gemüse, Brot etc. ernähren, das sie im Abfall finden oder das ihnen auf Nachfrage geschenkt wird.
Mit dem Namensteil vegan, der auf Menschen hinweist, die keine Tierprodukte verzehren, nehmen es allerdings nicht alle Freeganer ernst. Vielmehr existieren innerhalb der Bewegung verschiedene Strömungen. Während ein Teil der Freeganer alle erhältlichen Nahrungsmittel auch konsumiert, beschränkt sich ein anderer Teil freiwillig auf vegane Möglichkeiten. Eine nicht-vegane Ernährung wird bei Freeganern dadurch gerechtfertigt dass die tierischen Produkte bereits aus dem Marktmechanismus ausgeschieden sind und ein Verzehr dessen daher keine Steigerung der Nachfrage (respektive der Ausbeutung der Tiere) zur Folge hat.
Stand Wikipedia vom 25.10.2007
Hallo ihr lieben Freegans oder (noch) nicht-Freegans!
Es geht endlich los! Plattformen kann man ja überall zu allem finden, aber im deutschen Sprachraum ist es noch ein bisschen dünn gesät.
Als ich das erste Mal von Freegans (war in einem spätnächtlichen Fernsehbeitrag) gehört habe, konnte ich nicht fassen, was Menschen - die nicht Obdach- und/oder Arbeitslose sind - aus den Müllbergen hinter Konsumtempeln freiwillig holen, um sich davon zu ernähren. IGITT! dachte ich mir erstmal, war aber auf der anderen Seite davon fasziniert, wie frisch (und z.T. noch originalverpackt) die Produkte waren. Sachen für die man tagsüber viel Geld ausgibt, werden nachts in den (oft eingezäunten) Mülltonnen entsorgt. Grund: ?? Globaler Markt, Liefertermine, blablablabla.... kein Interesse daran was zu ändern.
Ein Vater meiner Freundin hatte bereits vor einigen Jahren damit angefangen "altes" Brot (d.h. Brot, welches am Backtag nicht verkauft werden konnte) von einer Bäckerei abends abzuholen.
Jedoch wusste ich nicht, dass es bei Supermärkten noch viel ärger abgeht. 60% der originalverpackten (!!!) Ware landen im Müll, weil sie zwei Wochen vor Ablaufdatum aus dem Regal entfernt wird.
Soviel zur täglichen Situation unserer perversen Konsumgesellschaft...